Längenmaße

Die Länge der schwingenden Luftsäule (Wellenlänge) gibt die Höhe des Tones an. Die Wellenlänge errechnet sich aus der Schallgeschwindigkeit in der Luft dividiert durch die Frequenz. Man beachte, daß die Schallgeschwindigkeit in erwärmter Luft zunimmt. Wenn die Frequenz eines Tones gleich bleibt, erhöht sich demzufolge der Wert der Wellenlänge, d. h. der Ton wird länger bzw. tiefer. Da aber die Länge eines beliebigen Instrumentes festgelegt ist, erhöht sich bei einer Erwärmung dieser beliebigen Pfeifenröhre der Ton.
Bitte beachtet diese physikalische Gesetzmäßigkeit, wenn ihr wieder einmal zwischen Sommer und Winter eure Instrumente auf 440 Hz trimmen wollt. Stimmgeräte haben eine Temperatur, worauf sie geeicht worden sind und denken nicht mit (siehe dazu Tabelle unten).

Instrumente meiner Werkstatt werden bei einer Umgebungstemperatur von ca. 20 C° und mit der durch Atemluft erwärmten Pfeifenröhre bei Rauschpfeifen, Schalmeien, ... intoniert, Spielpfeifen im jeweiligen Instrument (Balg oder Blasrohr betriebene). Es gibt demzufolge Stimmungsunterschiede zwischen Sommer und Winter. Erhöhte Luftfeuchtigkeit beeinträchtigt die Stimmung eigentlich nur bei längerem Gebrauch von Arundo Donax – Rohrblättern, bei anderen mechanischen Tonerzeugern in geringem Maße die Funktion durch stärker anfallendes Kondensat der Atem – und Umgebungsluft (Anhangskraft durch Kondensat).


Temperatur [°C] 10,0 12,0 14,0 16,0 18,0 20,0 22,0 24,0 26,0 28,0 30,0 32,0 34,0
Stimmfrequenz
a’

[Hz]*
432,3 433,9 435,4 436,9 438,5 440,0 441,5 443,1 444,6 446,1 447,7 449,2 450,8

* ... auf diesen Wert müßt ihr bei Temperaturen unter oder über 20 °C euer Stimmgerät kallibrieren

Im Orgelbau werden Längen auch durch Fuß ausgedrückt. Da eine Ähnlichkeit zwischen Ogelpfeifen und Bordunen (Erzeugung nur eines Tones) besteht, mache ich mir für die Angabe meiner Bordunlängen diese Längenbezeichnung zu Eigen.

Zum Beispiel hat :

1 (sächsischer) Fuß = 283,2 mm

2’ sind also 566,4 mm. Da eine Orgel hauptsächlich aus Labialpfeifen besteht, gilt diese Längenangabe für halbe Wellenlängen. Gedackte Labialpfeifen wären also nur halb so lang, da sie mit 1/4 Wellenlänge schwingen. Sie haben aber die gleiche Tonhöhe wie 2’ – Pfeifen. Linguale Pfeifen (Zungen – bzw. Rohrblattinstrumente) gibt es mit zylindrischer und konischer Erweiterung. Zylindrische schwingen mit 1/4 Wellenlänge und Konische mit halber Wellenlänge. Letztere haben also wieder 2’ – Länge und zylindrische Pfeifen klingen genauso tief bzw. hoch bei halber Länge.

Die Fußangaben beziehen sich auf das jeweilige “c”. Ein 2’ – a ist demzufolge eine Länge zwischen einem und zwei Fuß. Bezeichne ich einen zylindrisch gebohrten Bordun mit 8’, hat er eine Länge von 1132,8 mm. Da aber diese Bezeichnung äußerst historisch ist, die Kammertonhöhe (a’) im Laufe der letzten Jahrhunderte von ca. 475 HZ auf 440 Hz gesenkt wurde, würde dieser 8’ – Bordun eine theoretische Länge von 1315,0 mm bei ca. 20 C° haben. Praktische Längen sind kürzer als theoretische Längen. Nun aber Schluß, bevor die Köpfe rauchen !